Mit der Vasco da Gama ans Nordkap
Unsere Erfahrungen zwischen Fjorden und Bordalltag
Nordkap, Lofoten, Gletscher und vielleicht sogar Polarlichter: Auf dieser Norwegen-Kreuzfahrt mit der Vasco da Gama stand einiges auf unserer Wunschliste. Dazu kamen die Hamburg Cruise Days zum Auftakt – ein ziemlich guter Anlass, die Koffer zu packen.
Was wir unterwegs erlebt haben? Beeindruckende Landschaften, wechselhaftes Wetter, eine überraschend teure Portion Königskrabbe und viele Begegnungen, die uns genauso in Erinnerung geblieben sind wie die Route.
Start in Hamburg: mittendrin bei den Cruise Days
Am 12. September 2025 gingen wir in Hamburg an Bord. Schon am ersten Abend gab es ein Feuerwerk, bevor die Vasco da Gama an der Überseebrücke festmachte.
Am nächsten Tag waren wir mitten im Trubel der Hamburg Cruise Days. Rund um den Hafen war viel los: Schiffe, Musik und Menschen, die gemeinsam das maritime Wochenende feierten.
Abends folgte die große Auslaufparade. Vom Schiff aus die Zuschauer am Ufer zu sehen und unter dem Feuerwerk Hamburg zu verlassen, war ein besonderer Start. Wir standen an Deck und wollten möglichst wenig davon verpassen.
Unser Tipp: Plane vor der Abfahrt etwas Zeit für Hamburg ein. So beginnt der Urlaub entspannter, und vielleicht bleibt noch Zeit für einen Spaziergang durch die Speicherstadt oder die HafenCity.
Der erste Seetag: auspacken und ankommen
Nach dem Auftakt in Hamburg kam der erste Seetag genau richtig. Koffer auspacken, das Schiff kennenlernen und herausfinden, wo wir gern unseren ersten Drink nehmen wollten.
Beim Willkommensempfang stießen wir auf die Reise an. Abends ging es zur Show „Rock On!“ ins Theater und anschließend noch auf einen Absacker nach draußen.
Solche Tage gehören für uns zu einer Kreuzfahrt dazu. Kein Ausflug, keine Abfahrtszeit im Hinterkopf – einfach langsam im Urlaub ankommen.
Bergen: Aussicht vom Fløyen und eine teure Premiere
In Bergen empfing uns zunächst Nieselregen. Am frühen Nachmittag fuhren wir mit der Fløibanen auf den Fløyen, spazierten ein Stück und machten eine Pause mit Kvikk Lunsj, unserer liebsten norwegischen Wanderschokolade.
Dann kam tatsächlich die Sonne heraus. Schon bei unserem ersten Besuch in Bergen hatten wir sonniges Wetter. Ob es an der Schokolade lag? Wir werden das bei der nächsten Reise selbstverständlich weiter untersuchen.
Zurück in der Stadt probierten wir zum ersten Mal Königskrabbe. Unser ehrliches Fazit: Für uns war sie kein kulinarisches Highlight, dafür aber das teuerste Take-away, das wir bis dahin gekauft hatten.
Unser Tipp: Wenn du mit der Fløibanen fahren möchtest, kannst du dein Ticket vorab online kaufen und dir damit den Kauf am Schalter sparen. Schau bei Essen am Fischmarkt ruhig vorher auf die Preise.
Kapitänstisch und Polarkreis: zwei besondere Bordmomente
Ein Abend führte uns an den Kapitänstisch. Bei Surf & Turf und guten Gesprächen bekamen wir Gelegenheit, den Kapitän auch außerhalb seiner Durchsagen kennenzulernen.
Später wurde die Überquerung des Polarkreises gefeiert – inklusive Neptun und seinem Gefolge. Es wurde nass, laut und ziemlich lustig.
Die Polarkreistaufe war einer dieser Momente, bei denen Mitmachen deutlich mehr Spaß macht als Zuschauen. Zumindest, wenn man sich selbst nicht ganz so ernst nimmt.
Svartisen: Tagsüber Gletscherabenteuer, abends Polarlichter
Am Svartisen ging es zunächst mit dem Tenderboot an Land und anschließend zu Fuß weiter zum Gletscher.
Vor dieser großen, blauen Eisfläche zu stehen, war beeindruckend. Auf Fotos lässt sich die Größe nur schwer vermitteln. Zur Gletscherzeremonie gab es ein Glas Saft mit Gletschereis – eine kleine Besonderheit des Ausflugs.
In dieser Nacht sahen wir außerdem die ersten Polarlichter unserer Reise. Plötzlich war an Schlafen erst einmal nicht mehr zu denken. Wir wollten draußen bleiben und schauen, wie sich das Licht am Himmel veränderte.
Unser Tipp: Informiere dich vor der Buchung eines Gletscherausflugs über die Strecke und die Anforderungen. Für den Weg zu Fuß sind passende Schuhe und Kleidung für wechselhaftes Wetter sinnvoll.
Lofoten: Andys Wunschmotiv und ein Drink aus Eis
Von Leknes aus führte uns unser Ausflug nach Henningsvær. Das Fischerdorf mit seinen bunten Häusern und Galerien gefiel uns sehr. Andy hatte allerdings ein ganz bestimmtes Motiv im Kopf: den bekannten Fußballplatz zwischen Felsen und Meer.
Die Aufnahme stand schon länger auf seiner Wunschliste. Nach eigener Aussage war sie sogar der eigentliche Grund für die Reise. Wir lassen das mal so stehen.
Danach ging es weiter nach Svolvær in die Magic Ice Bar. Zwischen Eisskulpturen tranken wir einen Signature-Drink aus einem Becher aus Eis. Ein ungewöhnlicher Abschluss für unseren Tag auf den Lofoten.
Honningsvåg und Nordkap: Rentiere, Wind und Wetterwechsel
Nach einem weiteren Seetag erreichten wir Honningsvåg. Von dort brachte uns eine gebuchte Panoramafahrt zum Nordkap.
Schon unterwegs gab es viel zu sehen: karge Landschaften, weite Ausblicke und immer wieder Rentiere. Am Nordkap selbst merkten wir dann ziemlich schnell, warum eine winddichte Jacke eine gute Idee ist.
Das Wetter wechselte ständig. Erst regnete es, dann kam die Sonne heraus, und schließlich zeigte sich ein kräftiger Regenbogen. Wir waren vor allem damit beschäftigt, zu schauen, zu fotografieren und zwischendurch die Kapuze wieder zurechtzurücken.
Unser Tipp: Auch wenn der Tag freundlich beginnt, lohnt sich warme, winddichte Kleidung. Für ein Foto am Globus kann etwas Geduld helfen. Behalte dabei unbedingt die Rückfahrtzeit deiner Gruppe im Blick.
Harstad: heute bleiben wir an Bord
In Harstad regnete es. Wir entschieden uns, an Bord zu bleiben, einen Cappuccino zu trinken und den Tag ohne großes Programm zu verbringen.
Wir genossen das Bordleben und nutzten die Gelegenheit für ein paar Aufnahmen auf dem Schiff.
Früher hätten wir vielleicht das Gefühl gehabt, einen Hafen unbedingt „mitnehmen“ zu müssen. Auf dieser Reise passte es für uns, auch einmal nichts zu unternehmen. Urlaub ist schließlich kein Wettbewerb um die meisten Landgänge.
Nordfjordeid: spontan zum Tvinnefossen
In Nordfjordeid buchten wir direkt am Pier einen Ausflug zum Tvinnefossen. Ein kleiner Bus brachte uns zum Ausgangspunkt, von dort liefen wir etwa 20 Minuten auf einem ausgeschilderten Weg weiter.
Unterwegs kamen wir an kleinen Höfen und Schafen vorbei. Am Wasserfall war es dann mit der Ruhe vorbei: viel Wasser, ordentlich Lärm und Sprühnebel.
Wir standen mittendrin, tanzten darunter und waren anschließend ziemlich nass. Rückblickend gehört genau das zu unseren liebsten Erinnerungen an diesen Tag.
Unser Tipp: Nimm eine Regenjacke mit und trage Schuhe, mit denen du auf feuchten Wegen gut laufen kannst.
Stavanger: mit dem RIB-Boot durch den Lysefjord
Stavanger war unser letzter Hafen. Zum Abschluss wollten wir noch einmal etwas unternehmen und entschieden uns für eine RIB-Bootsfahrt durch den Lysefjord.
Fahrtwind, Wasser und steile Felswände: Aus dem kleinen Boot heraus erlebt man den Fjord aus einer anderen Perspektive. Für uns war die Mischung aus Landschaft und Geschwindigkeit ein gelungener Abschluss der Landgänge.
Danach spazierten wir durch die Altstadt mit ihren weißen Holzhäusern. Und wir stockten unseren Vorrat an Bamsemums auf – neben Kvikk Lunsj unsere zweite norwegische Süßigkeitenliebe.
Wie hat uns die Vasco da Gama gefallen?
Die Vasco da Gama hat ihren eigenen Charakter. Man merkt, dass sie ein älteres Schiff ist. Uns gefielen ihre klassische Gestaltung und die Atmosphäre an Bord.
Besonders positiv blieb uns die Crew in Erinnerung: aufmerksam, herzlich und im Alltag präsent. Auch Kapitän Adrian Firsov erlebten wir als nahbar und humorvoll. Wir sahen ihn öfter an der Gangway, und seine Durchsagen an den Seetagen sorgten regelmäßig für ein Schmunzeln.
Unsere Balkonkabine passte gut zu dieser Route. Morgens nach draußen schauen, die Landschaft vorbeiziehen sehen oder nachts nach Polarlichtern Ausschau halten – wir haben den Balkon häufig genutzt.
Und der höhere Altersdurchschnitt an Bord? War für uns überhaupt kein Problem. Wir kamen schnell ins Gespräch und lernten viele Menschen kennen, mit denen wir gern Zeit verbrachten.
Unser Fazit: eine Reise, auf der auch die Pausen zählten
Auf dieser Norwegen-Kreuzfahrt mit der Vasco da Gama konnten wir viele unserer Wunschziele erleben: die Lofoten, den Svartisen und das Nordkap. Dazu kamen Polarlichter, ein spontaner Wasserfallausflug und ein Regentag, den wir ganz entspannt an Bord verbrachten.
Nicht alles war ein Highlight. Die Königskrabbe würden wir zum Beispiel nicht noch einmal bestellen. Aber genau diese Mischung macht einen persönlichen Reisebericht aus: das Beeindruckende, das Alltägliche und die Dinge, über die wir später noch lachen.
Für uns passten die abwechslungsreiche Route, die Seetage und die persönliche Atmosphäre auf dem Schiff gut zusammen. Wir hatten Zeit zum Entdecken und genauso Zeit, einfach an Deck zu stehen und aufs Wasser zu schauen.
Mehr von unserer Reise, dem Bordleben und unseren Ausflügen findest du in unserer YouTube-Reihe zur Norwegen-Kreuzfahrt mit der Vasco da Gama.