Island & Highlands Kreuzfahrt 2026 – Unsere Route, Highlights & Tipps
Es gibt Reisen, die fühlen sich an wie ein leises Staunen. Wie ein tiefes Einatmen. Wie ein Kapitel, das man nicht nur erlebt, sondern spürt.
Unsere Island‑Kreuzfahrt mit der MSC Preziosa vom 11. bis 22. Juni 2026 war genau so eine Reise.
Von Hamburg über die schottischen Highlands bis in die Westfjorde, nach Reykjavík, Akureyri, Kirkwall und zurück — eine Route voller Natur, Geschichten und dieser besonderen Ruhe, die man nur auf See findet.
Abfahrt in Hamburg – und das Gefühl, dass etwas Großes beginnt
Hamburg verabschiedete uns mit Wind, Möwen und diesem typischen Elbgefühl, das immer ein bisschen nach Aufbruch schmeckt.
Als die MSC Preziosa langsam abdockte, standen wir an Deck, sahen die Stadt kleiner werden und spürten, wie die Vorfreude auf das kommende Abenteuer wuchs.
Die ersten Stunden an Bord waren ein Ankommen: Koffer verstauen, Schiff erkunden, das erste Abendlicht auf dem Wasser. Und dann dieses vertraute Gefühl, wenn das Meer übernimmt und der Alltag leiser wird.



Invergordon – Loch Ness, Highlands & ein Hauch von Legende
Unser erster Stopp führte uns in die schottischen Highlands — eine Landschaft, die wirkt, als hätte jemand die Sättigung hochgedreht: sattes Grün, tiefe Täler, alte Steine, Geschichten in jeder Kurve.
Der Ausflug brachte uns zum Loch Ness, diesem berühmten, dunklen See, der so still daliegt, dass man fast versteht, warum die Menschen hier seit Jahrhunderten Mythen erfinden. Ob Nessie da ist? Wer weiß. Aber die Stimmung macht es leicht, daran zu glauben.
Weiter ging es zum Urquhart Castle — eine Ruine, die so malerisch am Wasser liegt, dass man sie fast für eine Filmkulisse halten könnte. Wir liefen durch die alten Mauern, hörten dem Wind zu und stellten uns vor, wie hier vor Jahrhunderten das Leben geklungen haben muss.
Zum Abschluss führte uns eine kleine Rundfahrt nach Inverness, bevor es zurück zum Hafen ging.
Tipp für Invergordon
Nehmt euch Zeit am Urquhart Castle — die Aussicht auf Loch Ness ist magisch, besonders wenn die Wolken tief hängen.



Reykjavík – Golden Circle im Abendlicht & Island auf der Zunge
Tag 1: Golden Circle Abendtour – Island, wenn es ruhiger wird
Reykjavík empfing uns mit Wind, Möwen und diesem ganz eigenen isländischen Licht. Am Abend machten wir uns auf den Weg zum Golden Circle — und genau das war der Zauber: die Ruhe.
Während die Tagestouren längst vorbei waren, standen wir fast allein im Þingvellir‑Nationalpark, zwischen den tektonischen Platten, wo die Erde sichtbar auseinanderdriftet. Das Licht war weich, golden, fast zeitlos.
Beim Geysir warteten wir in Stille, bis Strokkur ausbrach — ohne Menschenmassen, ohne Hektik. Nur wir, die brodelnde Erde und dieser Moment, der sich anfühlte wie ein Geschenk.
Am Gullfoss spiegelte der Wasserfall das letzte Licht des Tages. Es war einer dieser Augenblicke, in denen man einfach nur dasteht und schaut.
Tipp Reykjavík (Tag 1): Wenn möglich: Macht den Golden Circle am Abend. Island zeigt sich dann von seiner schönsten, ruhigsten Seite.



Tag 2: Foodtour mit Wake Up Reykjavík – Island auf der Zunge
Am nächsten Tag tauchten wir in die kulinarische Seite der Stadt ein.
Mit einem lokalen Guide besuchten wir mehrere Restaurants und kleine Lokale, probierten traditionelle Gerichte, moderne Interpretationen und Spezialitäten, die man allein nie finden würde.
Wir kosteten zartes Lamm, frische Meeresfrüchte, kleine Desserts — und sogar den berühmten fermentierten Hai, begleitet von einem Schluck Brennivín, dem isländischen Schnaps, der traditionell dazu gehört.
Ein Erlebnis, das man nicht unbedingt „lecker“ nennen muss, aber definitiv eines, das man nie vergisst. Es war nicht nur Essen — es war Kultur, Geschichten, Humor, Begegnung.
Reykjavík schmeckt nach Meer, nach Tradition, nach Moderne. Und ein bisschen nach Abenteuer.
Tipp: Kommt hungrig und offen für Neues. Und ja: probiert den Hai — einmal im Leben gehört es dazu.



Ísafjörður – Dynjandi, Pferde & eine Kirche im Nirgendwo
Die Westfjorde fühlen sich an wie ein anderes Island: wilder, einsamer, ursprünglicher. Die Fahrt zum Dynjandi‑Wasserfall war schon ein Erlebnis für sich — Fjorde, Berge, kleine Dörfer, Farben, die man kaum beschreiben kann.
Der Weg nach oben ist lang, steinig und anspruchsvoller, als viele denken. Wenn viel los ist, wird es auf dem schmalen Pfad schnell eng, und man muss oft anhalten, um andere passieren zu lassen. Der Aufstieg lohnt sich — aber am meisten, wenn es nicht zu voll ist.
Und dann steht man vor ihm: Dynjandi. 100 Meter hoch, sieben Kaskaden, ein Rauschen, das man im Bauch spürt.
Auf dem Rückweg hielten wir an einem kleinen Hof mit Islandpferden — sanft, neugierig, warm. Wir durften sie füttern, streicheln, kennenlernen.
Daneben eine Landkirche, klein, schlicht, wunderschön. Ein Ort, der sich anfühlt wie ein Geheimnis.
Tipp: Wenn möglich, startet früh. Dynjandi ist am schönsten, wenn man ihn fast für sich hat.



Akureyri – Buckelwale & Minkwale im Eyjafjörður
Akureyri ist charmant, bunt und umgeben von Bergen — aber das wahre Highlight liegt im Wasser. Auf unserer Walbeobachtungstour fuhren wir in den Eyjafjörður hinaus, begleitet von Guides, die jede Bewegung im Wasser lesen konnten.
Wir sahen mehrere Buckelwale und Minkwale, die jagten, auftauchten, abtauchten und ihre Fluken zeigten. Jedes Mal, wenn ein Wal die Oberfläche durchbrach, ging ein leises Raunen durchs Boot — und wir konnten uns kaum sattsehen.
Tipp: Zieht euch warm an — selbst im Juni kann es auf dem Wasser frisch werden.



Kirkwall – Klippen, Geschichte & ein Hauch von Wikingerzeit
Die Orkney‑Inseln sind ein Ort voller Geschichten. Unsere Panoramatour führte uns vorbei an grünen Hügeln, alten Siedlungen und weiten Blicken über das Meer.
Wir hielten an der Birsay Bay, wo die Wellen an den Strand rollten und die Klippen von Marwick Head in der Ferne aufragten. Robben haben wir an diesem Tag zwar nicht gesehen, dafür aber Austernfischer, die mit ihren orangefarbenen Schnäbeln über den Strand liefen und die Szene noch lebendiger machten.
Weiter ging es durch das neolithische Herz der Orkneys, UNESCO‑Welterbe, voller Geschichte und Stille. Zum Abschluss fuhren wir entlang der Scapa Flow, einer Bucht voller Geschichten aus Kriegszeiten.
Tipp: Haltet Ausschau nach Vögeln — die Orkneys sind ein Paradies für Küstenvögel.



Seetage – Meer, Ruhe, Wale in der Ferne & die Magie der Mitternachtssonne
Auf dem Weg nach Akureyri hatten wir einen dieser magischen Momente, die man nicht planen kann: In der Ferne tauchten immer wieder Wale auf — so viele, dass wir irgendwann aufgehört haben zu zählen. Einige sprangen sogar, und wir konnten mehrere Fotos machen, die wir bis heute kaum glauben können. Und dann kam das, was diese Reise endgültig unvergesslich gemacht hat: die Mitternachtssonne.
Dieses Licht, das nicht verschwindet. Das den Himmel in Gold, Rosa und Silber taucht. Das Meer glitzern lässt, als würde es atmen. Wir standen an der Reling, mitten in der Nacht, und doch war alles hell — weich, warm, fast unwirklich. Ein Moment, der sich anfühlt, als würde die Zeit kurz stehen bleiben.
Es war, als würde Island uns schon begrüßen, bevor wir überhaupt angekommen waren.



Fazit – Eine Reise, die bleibt
Island, Schottland, Orkney — jede Station war anders, jede hatte ihren eigenen Klang. Aber am Ende war es die Mischung aus Natur, Ruhe, Meer und Momenten, die diese Reise besonders gemacht hat.
Und auch das Schiff spielte eine Rolle: Wir kannten die MSC Preziosa bereits von einer Metropolen‑Tour im Dezember 2024.
Damals hatte uns das Schiff nicht vollständig überzeugt: Der tägliche Gästewechsel in jedem Hafen sorgte für viel Bewegung an Bord, die langen Durchsagen in mehreren Sprachen nahmen dem Tag etwas Ruhe, und die Mischung vieler europäischer Reisegewohnheiten wirkte manchmal etwas unruhig.
Für diese Islandreise hatten wir ursprünglich ein anderes Schiff geplant, doch die Route wurde abgesagt — und so entschieden wir uns für die Preziosa, weil wir Island trotzdem unbedingt sehen wollten. Ausnahmsweise stand für uns also das Ziel im Vordergrund, nicht das Schiff.
Und vielleicht war genau das der Grund, warum wir die Preziosa diesmal ganz anders erlebt haben: Die Route war ruhiger, es gab keinen täglichen Gästewechsel, und wir konnten die Außenbereiche viel intensiver nutzen. Das Schiff fühlte sich entspannter an, harmonischer, passender für diese Reise.
Manchmal verändert nicht das Schiff die Reise — sondern die Route, das Licht, die Stimmung und das, was man selbst gerade sucht.
Und so endete unsere Reise mit der MSC Preziosa – mit vollen Herzen, leisen Momenten und dem Gefühl, dass manche Landschaften nicht nur Orte sind, sondern Erinnerungen, die bleiben.



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